1917, 1967, 1947 – Drei Meilensteine in der Geschichte Palästinas. Lassen Sie uns gemeinsam einen genaueren Blick darauf werfen.
Die Geschichte beginnt 1917 mit der Veröffentlichung der Balfour-Deklaration. Darin wurde den jüdischen Migranten aus Europa das Land Palästina versprochen, ohne Rücksicht auf die Bewohner dieser Gebiete. Gruppe um Gruppe wanderten Juden nach Palästina ein, und eine Gesellschaft, die jahrhundertelang mit religiöser Pluralität gelebt hatte, erfuhr strukturelle Veränderungen.
1947 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Resolution 181, die 56 Prozent des Landes Palästina den Einwanderern zusprach, deren Bevölkerung nur halb so groß war wie die der Palästinenser. Diese Teilung war nicht nur ungerecht, sondern auch der offizielle Beginn der Besatzung. Hunderttausende Palästinenser wurden vertrieben und es begann die erste große Vertreibungswelle der Palästinenser.
Im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzte Israel große Teile des palästinensischen Territoriums und der angrenzenden Länder: das Westjordanland, den Gazastreifen, die Golanhöhen und die Sinai-Wüste. Die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge stieg auf über eine Million, und die von Israel kontrollierten Gebiete verdreifachten sich.
Doch nun hat der Internationale Gerichtshof (IGH) ein neues Urteil gefällt, das die Rückkehr der Palästinenser auf jene beschränkt, die 1967 vertrieben wurden. In gewisser Weise teilt diese Entscheidung die Geschichte in einen Teil, der aufgearbeitet wird, und einen Teil, der vergessen werden soll. Ist das nicht eine Art Legitimierung der Besatzung?
Aber das Urteil wird noch kühner, indem es darauf verzichtet, den Begriff „Apartheid“ für die israelische Politik zu verwenden. Die Beschlagnahmung von Land, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die systematische Diskriminierung der Palästinenser sind klare Beispiele für Apartheid. Warum werden diese Tatsachen nicht als klare Menschenrechtsverletzungen anerkannt? Die Geschichte hat gezeigt, dass Widerstand gegen Ungerechtigkeit den Lauf der Zukunft verändern kann. Was denken Sie? Wie kann dieses Urteil genutzt werden, um den Kampf gegen die Besatzung zu stärken? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.