Aserbaidschans geheimer Schulterschluss mit Israel

Wir waren nicht überrascht – aber der israelische Sender Arutz 7 meldete, dass Aserbaidschan dem sogenannten „Abraham-Abkommen“ beigetreten sei. Nur fragt man sich: Warum sollte

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Symbolische Darstellung der geheimen Kooperation Aserbaidschan-Israel

Wir waren nicht überrascht – aber der israelische Sender Arutz 7 meldete, dass Aserbaidschan dem sogenannten „Abraham-Abkommen“ beigetreten sei. Nur fragt man sich: Warum sollte ein Land, das ohnehin enge diplomatische, wirtschaftliche und militärische Beziehungen zu Israel pflegt, sich einem solch beschämenden Normalisierungsabkommen anschließen?

Wieder einmal scheint Israel eine neue mediale Inszenierung in der Region vorzubereiten. Denn die Beziehungen zwischen Baku und Tel Aviv sind – entgegen dem äußeren Anschein – weder neu noch oberflächlich.

Ilham Alijew, der Präsident Aserbaidschans, hatte bereits 2009 in einem durch Wikileaks enthüllten Schreiben erklärt, dass diese Beziehungen einem Eisberg ähneln: Der Großteil liege unsichtbar unter der Wasseroberfläche.

2012 enthüllte das Magazin Foreign Policy, dass Israel den aserbaidschanischen Militärflugplatz Sitalchay für Aufklärungsflüge und logistische Operationen gegen Iran genutzt hat.

Auch während der jüngsten israelischen Aggression gegen Iran berichteten zahlreiche Medien über militärische und nachrichtendienstliche Unterstützung Aserbaidschans für Israel.

Bereits im Jahr 2012 unterzeichneten beide Länder ein umfangreiches Rüstungsgeschäft im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar.

Heute bezieht Aserbaidschan laut offiziellen Statistiken über 70 % seiner Rüstungsgüter aus Israel.

Doch das ist nicht alles: Im Jahr 2024 exportierte Aserbaidschan Rohöl im Wert von über 700 Millionen US-Dollar nach Israel.

Dieses Öl wird in Israel industriell und militärisch weiterverarbeitet und genutzt – ein weiterer stillschweigender Beitrag zur israelischen Kriegsmaschinerie.

Gleichzeitig sorgt eine aggressive antireligiöse Politik in Aserbaidschan für zunehmende Repressionen. Über 70.000 Menschen sollen allein wegen ihrer schiitischen Glaubenspraktiken inhaftiert worden sein – eine alarmierende Zahl in einem so kleinen Land.

Religiöse Zeremonien wurden massiv eingeschränkt, unabhängige Religionsschulen geschlossen oder staatlich übernommen, und Geistliche sehen sich Drohungen, Verhaftungen und Verfolgung ausgesetzt.

Berichte deuten zudem auf ähnliche Repressionen gegen sunnitische Bevölkerungsgruppen in anderen Regionen des Landes hin.

Fakt ist: Alijew zeigt eine eklatante Missachtung der langfristigen Interessen seines Volkes und der nationalen Souveränität Aserbaidschans.

Da keine neuen Ölfelder erschlossen werden und die bestehenden Reserven bald erschöpft sein könnten, stellen insbesondere die umfangreichen Ölverkäufe an Israel eine ernsthafte Bedrohung für die wirtschaftliche Zukunft des Landes dar.

Auf dem Weg zur Verwirklichung seiner politischen Ambitionen opfert Alijew das soziale Kapital, die religiöse Identität und die kulturellen Bindungen seines Volkes für geopolitische Spiele, von denen letztendlich nicht das Volk Aserbaidschans, sondern ausländische Akteure profitieren werden.

Die Geschichte Westasiens hat jedoch mehrfach bewiesen: In einer Region, in der sich die Fronten ständig verschieben, sind es nicht die militärischen Bündnisse, die Bestand haben.

Wirkliche Stabilität gehört jenen Regierungen, die auf die Unterstützung ihres Volkes bauen – nicht auf geheime Sicherheitsverträge mit äußeren Mächten.

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