Cento

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Wussten Sie, dass die NATO einst die Vorherrschaft in Asien anstrebte? Doch die islamische Revolution in Iran machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Wenn auch Sie neugierig geworden sind, wie es dazu kommen konnte, lassen Sie uns in eines der wichtigsten Kapitel der Zeitgeschichte eintauchen.

Der CENTO-Pakt oder die Central Treaty Organization wurde 1955 gegründet. Er war eines der Militärbündnisse, die zum Schutz westlicher Interessen und zur Kontrolle der Energieressourcen in Asien gegründet wurden. Iran spielte aufgrund seiner strategischen Lage eine zentrale Rolle in diesem Pakt, dessen Aufgabe vor allem darin bestand, die amerikanischen und europäischen Interessen in Westasien zu verteidigen. Doch welche Ziele verfolgte CENTO und warum wurde es als kolonial angesehen?

CENTO war nicht nur ein Verteidigungsbündnis, sondern hatte erhebliche koloniale Ambitionen. Zu seinen Zielen gehörte die direkte Kontrolle der asiatischen Öl- und Gasressourcen und die Beherrschung strategischer Engpässe wie der Straße von Hormus. Darüber hinaus nutzten die USA CENTO, um das iranische Militär in eine Basis für Spionage und globale Operationen zu verwandeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt der CENTO-Agenda war die Schaffung eines „Komitees zur Bekämpfung der Subversion“, das effektiv dazu diente, antikoloniale und Volksbewegungen in den Mitgliedsländern zu unterdrücken.

Doch wie reagierten die Iraner auf den Pakt? Viele Bürger und Aktivisten sahen in CENTO ein Instrument ausländischer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans. Zu den entschiedenen Gegnern gehörten Navvab Safavi und die Gruppe Fada’iyan-e Islam. Navvab Safavi, der später vom Pahlavi-Regime verhaftet und hingerichtet wurde, hatte vor seiner Verhaftung in einer Erklärung betont, dass die Muslime unabhängig vom östlichen und westlichen Militärblock bleiben und ihr eigenes unabhängiges Verteidigungsbündnis bilden müssten. Der iranische Schah ignorierte jedoch die öffentlichen Proteste.

So blieb es bis zum Sieg der Islamischen Revolution im Iran 1979 unter der Führung von Imam Khomeini. Nach der Revolution verkündete das iranische Außenministerium am 25. März 1979 offiziell den Austritt des Landes aus CENTO. Iran bezeichnete den Pakt als kolonial, der nur den Interessen westlicher Imperien diene. Mit dem Austritt Irans war CENTO offiziell zusammengebrochen und der Plan der NATO, Asien zu dominieren, durchkreuzt.

Doch damit gab sich Iran nicht zufrieden. Mit einer Politik der Unabhängigkeit verfolgte die Islamische Republik eine Lösung aus eigener Kraft und gründete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO), die den Grundstein für eine der wichtigsten regionalen Kooperationsorganisationen legte. Bis heute ist die ECO eine wichtige globale Wirtschaftsorganisation und ein Symbol für das Scheitern westlicher Kolonialpolitik in Asien.

Die Geschichte von CENTO und ihres Untergangs ist eine der wichtigsten historischen Lektionen über Unabhängigkeit und Widerstand. Was meinen Sie? Hat der Austritt Irans aus der CENTO den Lauf der Geschichte in der Region verändert? Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung dazu mit.