Zerschossener Frieden – Innerhalb weniger Wochen zeigte Syrien der Welt zwei völlig gegensätzliche Bilder:
Einerseits ein Präsident mit einer Vergangenheit im Terrorumfeld, nun im Anzug, der sich offen für einen Kompromiss mit Israel zeigt. Andererseits ein Regierungsgebäude in Damaskus, das nach einem israelischen Angriff nur noch aus Rauch und Trümmern besteht.
Dieser Kontrast offenbart eine bittere Realität: In der Logik des Imperialismus ist Dialog allein kein Garant für das Ende der Gewalt.
Ahmed al-Sharaa, der neue Präsident, machte gleich nach seiner Machtübernahme deutlich, dass er einen anderen Kurs als Bashar al-Assad einschlagen will – Gesprächsangebote an Israel, das Ende des Bürgerkriegs, Abkehr von den Parolen des Widerstands.
All das waren klare Signale an Washington, Tel Aviv und die arabischen Golfstaaten: Die neue Regierung ist gesprächsbereit.
Doch nur wenige Tage später folgte einer der heftigsten israelischen Luftangriffe auf Damaskus – nicht nur auf militärische Ziele, sondern direkt auf staatliche Einrichtungen, darunter das Verteidigungsministerium und den Präsidentenpalast.
Die Frage lautet: Warum? Warum wird ein Staat angegriffen, der bereits im Voraus weitgehende Zugeständnisse gemacht hat? Ein Blick auf ähnliche Fälle zeigt ein klares Muster:
In Libyen gab Muammar al-Gaddafi sein gesamtes Programm für Massenvernichtungswaffen auf, akzeptierte den Friedensprozess – und wurde letztlich gestürzt und getötet. In Irak erlaubte Saddam Hussein internationale Inspektionen – dennoch wurde das Land bombardiert und besetzt.
Und nun Syrien: Innerhalb kurzer Zeit erlebt es beide Szenarien – erst Assad, gestützt von Iran und Russland, nun Ahmed al-Sharaa mit dem Wohlwollen des Westens.
Doch die Angriffskarte zeigt deutlich: Derjenige, der den Weg des Kompromisses wählt, wird intensiver bombardiert – nicht weniger.
Für die Menschen in Iran, die nur wenige Tage zuvor selbst Ziel eines direkten israelischen Angriffs wurden, ist das syrische Szenario keine entfernte Nachricht – sondern ein mögliches Zukunftsbild: Ein Land, das alles preisgibt, und trotzdem wird sein Präsidentenpalast dem Erdboden gleichgemacht.
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