Fünf Schiffe der Freiheit – Die Blockade brechen
Werfen wir einen Blick auf fünf Schiffe – zu fünf verschiedenen Zeiten –, die mit nur einem Ziel in See gestochen sind: die Blockade von Gaza zu durchbrechen. Das erste war im Jahr 2010: die berühmte Mavi Marmara.
Sie kam aus der Türkei, an Bord rund 700 Aktivisten aus 40 Ländern, mit medizinischen und humanitären Hilfsgütern. Doch in internationalen Gewässern wurde das Schiff von israelischen Streitkräften angegriffen – neun Menschen wurden getötet. Die Welt war schockiert. Die Türkei brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen mit Tel Aviv ab.
In diesem Moment wurde das „Freiheitsschiff“ zu einem globalen Symbol zivilen Widerstands. Es brachte hohe politische Kosten für das israelische Regime mit sich, das sich an kein internationales Recht gebunden fühlt. Ein Jahr später stand das zweite Schiff bereit.
Diesmal wurde es jedoch nicht durch Gewalt gestoppt – sondern durch politischen Druck. Griechenland verweigerte die Ausfahrt aus dem Hafen. Die Mission scheiterte, doch der Wille blieb ungebrochen.
Im Jahr 2015 startete das nächste Schiff, die schwedische Marianne. Aber erneut hielt es Israel in internationalen Gewässern auf – diesmal ohne Blutvergießen.
Die Botschaft war dennoch klar: Auch das Meer ist Teil der Blockade. Und Staaten, die sich sonst gerne für Freiheit und Menschenrechte einsetzen, dulden dieses Unrecht stillschweigend mit.
2018 versuchte das vierte Schiff – Al-Awda (Die Rückkehr) – Gaza zu erreichen. Israel kaperte das Schiff und nahm die Insassen mit Elektroschocks und Gewalt fest.
Und auch dieses Jahr, im Mai, wurde eine weitere symbolische Aktion gestartet – und wieder brutal gestoppt.
Am Morgen des 2. Mai 2025 wurde ein Schiff der „Gaza Freedom Flotilla“ mit 16 bis 30 internationalen Menschenrechtsaktivisten und Hilfsgütern für die Gazabewohner in internationalen Gewässern nahe Malta von einer Drohne angegriffen.
Offiziell weiß man bis heute nicht – oder besser gesagt: man weiß sehr genau –, wer hinter dem Angriff steckt. Doch der Fall wurde nie aufgearbeitet.
Heute, in diesen Tagen, ist das nächste Schiff unterwegs: die Madleen, organisiert von der Freedom Flotilla Coalition – mit humanitärer Hilfe auf dem Weg nach Gaza.
An Bord der Madleen, die am 1. Juni 2025 aus Catania auf Sizilien aufbrach, sind zwölf internationale Aktivisten: darunter Greta Thunberg, die schwedische Umweltaktivistin; Liam Cunningham, irischer Schauspieler; Rima Hassan, EU-Abgeordnete aus Frankreich; Yasmin Acar, deutsche Menschenrechtsaktivistin; Thiago Ávila aus Brasilien, Unterstützer der palästinensischen Sache; und Omar Fayad, französischer Journalist.
Ja, mindestens fünfmal sind Menschen aus aller Welt aufgebrochen – unbewaffnet, ohne Armee, ohne Sanktionen – nur mit Schiffen und ihrem Gewissen, um eine der härtesten Blockaden der Welt zu durchbrechen.
Auch diesmal geht es nicht nur darum, ob das Schiff Gaza erreicht. Es geht darum, dass die Welt hinschaut. Vielleicht aufwacht. Vielleicht handelt.
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