Wird Iran nachgeben? Als Trump aus dem JCPOA ausstieg und die Politik des maximalen Drucks begann, dachten viele, Iran würde kapitulieren. Doch was sagt die Geschichte? Ist Iran wirklich bereit, seinen mächtigeren Rivalen das Feld zu überlassen?
Im April 2023, nachdem Israel das iranische Konsulat in Syrien angegriffen hatte, reagierte Teheran auf beispiellose Weise. Mehr als 350 ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen wurden auf Israel abgefeuert. Der Angriff war der erste direkte Angriff Irans auf Israel und zeigte, dass Teheran von der Diplomatie zur Anwendung harter Gewalt übergegangen war. Doch warum kam es zu diesem Schritt?
Die Geschichte zeigt, dass Iran nicht nur keine Angst vor Druck hat, sondern seine Gegner oft mit klugen Strategien und Gegenangriffen herausfordert. Vom Ende des Krieges mit dem Irak 1988 bis zum Sturz der Taliban und Saddam Husseins in den 2000er Jahren hat Teheran regionale Veränderungen stets genutzt, um seine Position zu stärken. Dieselbe Strategie haben wir als Reaktion auf Trumps Politik des maximalen Drucks gesehen: Anstatt zu kapitulieren, griff Iran zu asymmetrischen Angriffen und bürdete seinen Feinden reale Kosten auf.
Im Juli 2023 unternahm Israel den mutigen Schritt, Ismail Haniyeh, den politischen Führer der Hamas, in Teheran zu ermorden. Doch anstatt den Einfluss Irans zu verringern, führte dies nur zu einer Eskalation des Konflikts. Die Geschichte hat gezeigt, dass selbst Aktionen wie die Ermordung von Qassem Soleimani durch die USA und Israel die regionale Macht Irans nicht verringern konnten. Im Gegenteil, Iran hat seine Position stets durch seine militärischen und politischen Fähigkeiten behauptet.
Aber warum funktioniert die US-Politik nicht mehr so gut wie früher? Zum einen haben China und andere Länder die Netzwerke zur Umgehung der Sanktionen noch komplexer gemacht, und das iranische Öl fließt weiter. Zum anderen ziehen es die Golfstaaten, die früher die harte US-Politik unterstützten, heute vor, mit Iran zu kooperieren, statt ihn zu konfrontieren. Diese Veränderungen haben Washingtons Druckmittel geschwächt.
Gleichzeitig gibt es Anzeichen dafür, dass Iran seine Verteidigungsdoktrin ändert. Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten haben iranische Offizielle offen über einen möglichen Ausbau der Nukleartechnologie gesprochen. Ist dies ein Zeichen für einen tiefgreifenden Wandel in der iranischen Verteidigungspolitik?
Die 45-jährige Geschichte der Islamischen Revolution in Iran hat gezeigt, dass das Land angesichts großer Krisen nicht nur nicht aufgibt, sondern mit Agilität und kreativen Strategien Druck als Chance nutzt. Kann die amerikanisch-israelische Politik dieses Paradigma ändern? Bewegt sich die iranische Verteidigungsdoktrin auf größere Entwicklungen zu? Was meinen Sie?