„Groß-Israel“ – Netanjahus Mission
Also, lassen Sie uns fragen: Welche Länder sollen nach den Plänen Israels noch besetzt werden, um das sogenannte „Groß-Israel“ zu errichten?
Netanjahu erklärte vor laufender Kamera, er fühle sich „sehr stark“ mit dem Traum von Groß-Israel verbunden – und bezeichnete dieses Projekt als eine „historische und spirituelle Mission“. Mit anderen Worten: Die Besetzung fremder Länder gilt ihm als ein „spiritueller Auftrag“.
Expansionismus, den wir zuletzt in Syrien erlebt haben und der in der Vergangenheit schon Libanon und Ägypten betraf.
Die Grenzen dieses „Groß-Israel“, wie sie von den Vordenkern des Zionismus beschrieben und von Middle East Eye veröffentlicht wurden, reichen vom Nil in Ägypten bis zum Euphrat im Irak. Konkret heißt das:
• Türkei: Provinz Hatay.
• Saudi-Arabien: Tabuk, Al-Dschauf, Al-Qassim, Al-Hudud ash-Shamaliya, Hail; Teile von Medina und ash-Sharqia.
• Kuwait: der nördliche Teil.
• Jordanien: das gesamte Land.
• Ägypten: von Sinai bis Kairo, von Alexandria bis zur Provinz Rotes Meer – eine lange Liste, die den größten Teil des Herzens und der Seele Ägyptens umfasst.
• Palästina: Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem.
• Syrien: von as-Suwaida bis Damaskus, von Aleppo bis Deir ez-Zor.
• Libanon: das gesamte Land.
• Irak: von Basra bis Ninive – selbst Kerbela und Nadschaf sind auf dieser Karte eingezeichnet.
Nach diesen Worten Netanjahus erscheint die fortgesetzte Besatzung Israels in der Region längst nicht mehr wie eine Fiktion und alle Menschen in der Region und weltweit müssen demgegenüber sensibel sein. Hier geht es um die Besatzung von über zwei Millionen Quadratkilometern Land und das Schicksal von 139 Millionen Menschen, die zu einem zweiten Palästina gemacht werden sollen.
Jeffrey Sachs, renommierter US-Ökonom und ehemaliger UN-Berater, erklärte, dass 25 Jahre Krieg und Zerstörung in Westasien genau auf diesen Plan zurückgehen – ein Plan, der die Menschen der Region bereits sieben Billionen Dollar gekostet hat.
Die Frage liegt auf der Hand:
Wenn der israelische Premierminister offen und vor laufender Kamera sagt, dass die Verwirklichung von „Groß-Israel“ seine Mission sei – was sollen die Menschen in dieser Region tun?
Sollen sie einfach stillschweigend zusehen?
Oder haben sie nicht das Recht zu sagen: Diese Bedrohung richtet sich nicht mehr nur gegen Palästina – diesmal sind wir alle dran?
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