Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Grenzen in Westasien so merkwürdig gerade und wie mit dem Lineal gezogen wirken?
Warum existieren Staaten wie Irak, Syrien, Libanon oder Jordanien genau in dieser Form?
Die Geschichte reicht zurück zu einem geheimen Abkommen namens Sykes-Picot – geschlossen im Jahr 1916, mitten im Ersten Weltkrieg.
Das Osmanische Reich stand damals kurz vor dem Zusammenbruch. Großbritannien und Frankreich, die auf der Gegenseite kämpften, schmiedeten Pläne, wie sie die weiten arabischen Gebiete unter sich aufteilen würden, wenn das Osmanische Reich verlieren sollte?
Sie zogen eine Linie – von der arabischen Halbinsel bis nach Haifa an der Mittelmeerküste. Der Norden fiel an Frankreich, der Süden an Großbritannien. Doch Palästina war ein Sonderfall.
Beide Mächte waren gierig. Zunächst erklärten sie Palästina zu einem „internationalen Gebiet“. Doch schon 1917 versprach London mit der Balfour-Deklaration offen, Palästina der zionistischen Bewegung zu überlassen.
Das war der Samen, aus dem später Israel hervorging.
Das Ergebnis? Irak, Jordanien, Syrien, Libanon, Saudi-Arabien, Ägypten, die Türkei und Palästina entstanden mit Grenzen, an deren Ziehung die Völker selbst keinerlei Anteil hatten.
Diese Grenzen waren ein Produkt des Kolonialismus – und ihre Folgen sind bis heute spürbar. Palästina wurde zur offenen Wunde, aus der Israel hervorging und endlose Kriege entfesselte.
Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Großbritannien in den Hintergrund trat, übernahm die USA die Führungsrolle. Israel wandte sich von seiner britischen „Mutter“ ab und suchte Schutz im Schoß Washingtons.
Groß-Israel
Ein Wendepunkt war der Krieg von 1967, in dem Israel mit US-Unterstützung seine Position festigte. Seitdem definiert Tel Aviv sein Überleben im engen Bündnis mit den Vereinigten Staaten.
Und heute, im Sommer 2025, sagt Netanjahu unverblümt: „Ich glaube an ein Groß-Israel.“
Gleichzeitig erklären US-Offizielle, die im Sykes-Picot-Abkommen von 1916 gezogenen Grenzen seien „nicht mehr relevant“.
Es wirkt, als würde sich die Geschichte wiederholen: derselbe alte Kolonialismus, nur mit neuen Landkarten.
Der Nahe Osten ist seit seiner Entstehung nicht durch den Willen der Völker, sondern durch die Lineale des Kolonialismus geformt worden. Und auch heute scheinen Machtpolitiker erneut Pläne für die Welt zu zeichnen.
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