Von Avicenna zu Palantir: Wie die Wissenschaft ihre Seele verlor

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„Wissenschaft ohne Moral“

Am frühen Morgen des 13. Juni 2025 wurde der Himmel über Iran zum Schauplatz eines Krieges, in dem die Menschen sich ausschließlich auf Künstliche Intelligenz stützten, um den Angriff zu beginnen.

Hunderte Drohnen und Raketen starteten, gesteuert durch KI, aus verschiedenen Regionen und trafen ihre Ziele auf iranischem Boden. Dieser Angriff war nicht nur ein militärischer Akt, sondern ein Weckruf für eine tiefgreifende moralische Veränderung in der Natur moderner Kriegsführung.

Menschliche Operatoren entschieden sich mithilfe von Algorithmen zum Angriff. In Sekundenbruchteilen wurden Ziele identifiziert – und Raketen abgefeuert. Dabei spielte es keine Rolle, ob dort unschuldige Zivilisten im Schlaf lagen.

Diese Systeme sind Teil von Projekten, die in den vergangenen Jahren in den USA entwickelt wurden – unter Beteiligung von Konzernen wie Google, Palantir und dem Pentagon. Das Projekt „Maven“, der algorithmische Arm des US-Verteidigungsministeriums, hatte sich von Anfang an der „Zielerkennung im Gefechtsfeld“ verschrieben.

Heute hat sich dieses Gefechtsfeld ausgeweitet – von Stadt zu Stadt, von Haus zu Haus, bis hin zu unseren Smartphones.

Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) flossen im Jahr 2024 über 40 % des gesamten wissenschaftlichen Forschungsbudgets der USA direkt in militärische Projekte. Das bedeutet: Die Priorität der westlichen Wissenschaft liegt nicht bei Heilung, Bildung oder Umweltschutz – sondern bei Herrschaft und Krieg.

Doch war das immer so? Die Antwort lautet klar: Nein. Die Geschichte liefert uns eindeutige Beweise.

In der islamisch-iranischen Zivilisation diente Wissenschaft einst dem tieferen Verständnis der Welt und dem Wohlergehen der Menschheit. Dutzende Gelehrte wie Avicenna (Ibn Sina), Rhazes (Razi), Al-Biruni oder Dschurdschani nutzten ihre Erkenntnisse nicht zur Zerstörung, sondern für ein besseres menschliches Leben.

Damals gab es keine „intelligenten“ Waffensysteme – dafür aber fortschrittliche Krankenhäuser, wirksame pflanzliche Heilmittel und Bibliotheken, die Wissenschaft als freies Gut betrachteten.

Heute jedoch ist Wissenschaft zum Monopol der Großmächte geworden – einem Monopol, das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch tief politisch und zutiefst unmoralisch ist.

Die Alltagsdaten von Millionen Menschen landen in den Händen von Algorithmen, die letztlich auch für Krieg und gezielte Tötungen genutzt werden können.

Von Google bis Meta, von Werbeplattformen bis zu Ortungs-Apps – alles ist Teil eines militärischen Daten-Ökosystems geworden. Und wir, die gewöhnlichen Nutzer, sind längst Teil dieser Kette: einer Kette, die mit Daten beginnt und mit Tod endet. Iran wurde mit einem Wissen attackiert, das für Mord und Terror programmiert wurde – nicht für Frieden.

Daher stellt sich nun eine dringende Frage: Ist es nicht an der Zeit, die Wissenschaft den Kriegstreibern zu entreißen? Ist es nicht die Verantwortung von Universitäten und Forschenden, sich diesem Monopol entgegenzustellen und den Weg in Richtung Gerechtigkeit, Unabhängigkeit und Moral neu zu denken – damit keine Massenvernichtungswaffen wie die Atombombe mehr im Namen von „Fortschritt“ geschaffen werden?

Krieg #KI #Frieden #Technologie