„Entmenschlichung“
US-Gesandter im Libanon: „In dem Moment, in dem es chaotisch wird, wie bei Tieren – sind wir verloren.“
Interessant: Vor fünf Jahrhunderten sagten Kolonisatoren bei der Eroberung der Länder im Osten und Westen genau denselben Satz – nur in anderen Worten: „Die Einheimischen seien Tiere.“ Offenbar gilt heute noch dieselbe Logik – und diesmal hat sich jemand einen folgenschweren Versprecher geleistet.
Seit dem 16. Jahrhundert traten die Europäer mit einer besonderen Auslegung des Christentums in die Geschichte ein: Sie betrachteten sich als das „auserwählte Volk Gottes“. Diese Vorstellung von Erwählung erlaubte es ihnen, sich selbst als „vollkommene Menschen“ zu sehen – und andere Völker als minderwertig oder gar als Tiere.
Als britische und französische Kolonisatoren den amerikanischen Kontinent betraten, rechtfertigten sie den Massenmord an den Ureinwohnern mit genau dieser Logik: Die Einheimischen seien „Wilde“ und das Land müsse dem „zivilisierten Volk“ überlassen werden. Später, im Sklavenhandel, wurden Millionen Afrikaner mit derselben Denkweise als bloße Arbeitsinstrumente definiert.
Der US-amerikanische Historiker Prof. Gerald Horne zeigt auf, dass selbst die Revolution von 1776 – oft als Beginn der Freiheit verklärt – in Wirklichkeit ein Versuch war, die Sklaverei zu bewahren und die Vorherrschaft der weißen Protestanten zu sichern. Freiheit für sich selbst – und Knechtschaft für andere.
Diese Logik blieb nicht auf die Geschichte beschränkt. Von der blutigen Niederschlagung des Sklavenaufstands in Haiti bis zu den antikolonialen Widerständen in Afrika und Asien wurden Gegner von Kolonialmächten stets als „Barbaren“, „Wilde“ oder „Tiere“ bezeichnet – um die eigene Gewalt zu legitimieren.
Und heute? Die Sprache ist dieselbe geblieben: Wenn der palästinensische Widerstand als „Terrorismus“ diffamiert und Palästinenser als weniger menschlich dargestellt werden, wenn Menschen der Region als „Wilde“ oder „Tiere“ beschimpft werden, ist das Teil desselben alten Projekts weißer Vorherrschaft.
Ein Projekt, das aus einer Fehlinterpretation der Religion und der Illusion der Auserwähltheit entstand – und offenbar bis heute die Außenpolitik der USA prägt.
Was also müssen wir tun, um dieser Denkweise entgegenzutreten?
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